Kryotherapie (Eisanwendung)
Gezielte Kälte-Anwendung zur Schmerzlinderung, Reduzierung von Schwellungen und Entzündungshemmung — der Klassiker direkt nach Verletzungen und bei akuten Entzündungs-Schüben.
Wie wirkt Kälte therapeutisch?
Kälte verengt Blutgefäße (Vasokonstriktion), reduziert die Stoffwechselrate des Gewebes und dämpft Schmerzrezeptoren. Resultate: weniger Schwellung, weniger Schmerz, gebremste Entzündungs-Kaskade.
Anwendungsformen
- Eispackung (Eiswürfel im Tuch oder Cold-Pack) — 10–15 Min, klassische Form
- Eismassage (mit Eis-Lolly oder gefrorenem Becher) — sehr intensiv, 3–5 Min lokal
- Kühlspray (Chlorethyl) — Akutversorgung bei Sportverletzungen
- Kaltkompresse (Quark-Wickel, Retterspitz) — sanftere Hausmittel-Variante
Wann hilft Kälte?
- Akute Verletzungen (Verstauchung, Prellung, Zerrung — erste 48–72 h)
- Postoperative Schwellungen
- Akute Entzündungs-Schübe bei Rheuma, Arthrose
- Akuter Hexenschuss mit Entzündungs-Komponente
- Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
Wann lieber NICHT Kälte?
- Bei verspannter, nicht-entzündeter Muskulatur (da besser Wärme)
- Durchblutungsstörungen (Raynaud-Syndrom, AVK)
- Kälte-Allergie (Urtikaria)
- Bei chronischen Schmerzen meist nicht hilfreich
Faustregel: Akut → Kälte, chronisch → Wärme
Frische Verletzung oder Entzündungs-Zeichen (Rötung, Schwellung, Überwärmung) → Kälte. Verspannte, müde, schmerzende Muskulatur ohne akute Entzündung → Wärme.
Dauer & Kostenübernahme
5–15 Minuten je nach Anwendungsform. Wird in der Praxis als ergänzendes Heilmittel verordnet (gesetzliche Krankenkasse) oder als Selbstanwendung empfohlen.
In unserer Praxis
Wir nutzen Eispackungen oft direkt nach intensiveren manuellen Behandlungen, bei akuten Entzündungen und in der frühen postoperativen Phase.
Verwandte Themen: Wärmetherapie · Manuelle Therapie · Krankengymnastik