Frozen Shoulder (Adhäsive Kapsulitis, „Schultersteife")
Schmerzhafte Versteifung des Schultergelenks, bei der die Gelenkkapsel schrumpft und die Beweglichkeit dramatisch einschränkt — verläuft in drei Phasen und kann ohne Behandlung 1–3 Jahre dauern.
Was passiert in der Schulter?
Bei einer Frozen Shoulder entzündet sich die Gelenkkapsel und schrumpft (Adhäsive Kapsulitis). Die normalerweise dehnbare Kapsel wird straff, dünn, schmerzhaft — die Schulter „friert ein", die Beweglichkeit ist dramatisch reduziert.
Drei typische Phasen
Phase 1: Freezing (Entzündungsphase, 6 Wochen–9 Monate)
- Schmerz dominiert, besonders nachts
- Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt
- Auslöser oft unklar, manchmal nach Bagatell-Trauma
Phase 2: Frozen (Steifigkeitsphase, 4–6 Monate)
- Schmerz lässt nach
- Aber: massive Bewegungseinschränkung in alle Richtungen — auch passiv
- Alltag stark beeinträchtigt (Anziehen, Haare kämmen, BH schließen)
Phase 3: Thawing (Auftauphase, 6 Monate–2 Jahre)
- Beweglichkeit kehrt langsam zurück
- In den meisten Fällen vollständige Erholung
Wer ist betroffen?
- Frauen häufiger als Männer
- Hauptalter 40–60 Jahre
- Diabetiker:innen haben deutlich erhöhtes Risiko (bis zu 5×)
- Auch nach Schulterverletzungen, OPs, langer Ruhigstellung
- Bei Schilddrüsenerkrankungen häufiger
Physiotherapie hilft, aber mit Geduld
Phase 1 (Schmerz): Sanfte Manuelle Therapie, Schmerzdämpfung mit Elektrotherapie und Kälte — KEINE aggressiven Dehnungen, sonst verstärkt sich die Entzündung
Phase 2 (Steife): Intensive Mobilisation, Dehntechniken, Krankengymnastik — jetzt muss aktiv dagegen gearbeitet werden
Phase 3 (Auftauen): Aufbau der Schultermuskulatur, Wiedererlangung der Alltagsfunktion
Was die Schulmedizin noch anbietet
- Kortison-Spritze in das Gelenk (vor allem Phase 1) — kann den Verlauf verkürzen
- Hydrodilatation (Druck-Spülung der Kapsel) — Erfolg in Phase 2
- Mobilisation in Narkose oder arthroskopische Kapselspaltung als letzte Optionen
In unserer Praxis
Frozen-Shoulder-Patient:innen begleiten wir oft über viele Monate. Wichtig: die Therapie passt sich der Phase an — nicht alles, was bei einer „normalen" Schulter wirkt, hilft hier (z.B. ist in Phase 1 aggressives Dehnen kontraproduktiv).
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